Selbst erlebt

Rückkehr mit Hindernissen

Deutschland - Falklands - Deutschland

Ich wollte nie auswandern. Aber vor acht Jahren lief die Förderung für mein Projekt aus. Mein Vertrag als Biologe im Meeresmuseum in Stralsund wurde nicht verlängert. Das war genau die Zeit der Wirtschaftskrise, es gab keinen Job für mich in Deutschland. Ich hatte eine junge Familie und wusste nicht, wie ich sie ernähren sollte.

Ein Mann steht an einem Arbeitstisch. Er nimmt einen vor ihm liegenden Fisch aus.

Nach vielen Absagen habe ich dann durch Zufall Arbeit auf den Falklandinseln als Fischereiaufseher gefunden. Immer zwei bis fünf Wochen lang auf See, das war hart. Besser wurde es, als meine damalige Frau und unsere Tochter nachkamen. Aber das Leben auf den Falklandinseln ist extrem. Es ist immer stürmisch, es gibt viel Regen. Obst und Gemüse müssen eingeflogen werden und dementsprechend sind die Preise: Wassermelone hat pro Kilo 20 Pfund gekostet! Unsere Ehe hat unter diesen Bedingungen gelitten. Schließlich haben wir uns scheiden lassen. Meine damalige Frau ist mit unserer Tochter nach Kanada ausgewandert.

Ich bin auf den Falklandinseln geblieben und habe dort meine jetzige Frau kennengelernt. Sie hat auch eine Tochter aus erster Ehe und stammt aus Chile. Dort haben wir dann auch geheiratet. Dann ist meine Frau schwanger geworden, und wir haben beschlossen nach Deutschland zu ziehen.

Meine Schwester hat mir den Kontakt zu Frau Banisch vom Raphaelswerk in Hamburg vermittelt. Sie hat mir Unterstützung zugesagt, mir viele Infos gegeben. Meine Frau und meine Stieftochter sind erst mal in Chile bei Verwandten untergekommen. Ich hatte schnell in Hamburg eine kleine Wohnung für uns gefunden, war mir sicher, dass meine Familie bald nachziehen würde.

Dann kam der Schock! Die deutschen Behörden hielten die Scheidung von meiner ersten Frau für ungültig, weil die Urkunde nicht beglaubigt war! Meine jetzige Ehe wurde nicht anerkannt.Jetzt bin ich auf Arbeitssuche, aber auch rund um die Uhr damit beschäftigt, die nötigen Urkunden zu beschaffen und beglaubigen zu lassen. Das kann noch Monate dauern und meine Frau verzweifelt langsam.

Erst durch die Beratung von Frau Banisch habe ich herausgefunden, dass es im Ausländergesetz für unsere Situation eine Regelung gibt. Danach kann meine schwangere Frau einreisen, da unser Kind die deutsche Staatsbürgerschaft haben wird, unabhängig von der Anerkennung unserer Eheschließung. Ich versuche jetzt, dass die zuständige Behörde unseren Fall schnell prüft, kann aber gerade keinen Kontakt herstellen, weil die Bearbeiter überlastet sind. Ich bin kein Jurist, ich bin Biologe.

Deshalb brauche ich die Unterstützung des Raphaelwerkes und ich bin dankbar für die Hilfe. Mein größter Wunsch ist, dass meine Frau und meine Stieftochter bald bei mir sein können und unser Baby hier auf die Welt kommt!