Unsere Geschichte

Geöffneter ReisemesskofferAuf den Auswandererschiffen fuhren Schiffsgeistliche mit, die die Heilige Messe hielten und die Sakramente spendeten. Der Reisemesskoffer war das wichtigste Gepäckstück der Bordseelsorge.

Im 19. Jahrhundert verließen fast fünf Millionen Deutsche ihre Heimat, um in der Neuen Welt ihr Glück zu suchen. Die wenigsten ahnten, was sie in der Fremde erwarten würde. Betrügerische Agenten schickten Emigranten oft mit falschen Versprechungen ins Verderben. Viele Auswanderer überlebten nicht einmal die Überfahrt.
Peter Paul Cahensly, Kaufmann aus Limburg, erlebte das Elend der Übersee-Emigranten bei einem Aufenthalt in Le Havre.

Sicherheit und Begleitung auf dem Weg in die neue Heimat

1871 gründete er den "St.Raphaels-Verein zum Schutze Katholischer Auswanderer."
Die Mitglieder des Vereins versorgten auswanderungswillige Menschen schon vor der Abreise mit Informationen über ihre Zielländer. Vertrauensleute in allen großen Häfen vermittelten den Emigranten Unterkünfte vor und nach der Überfahrt. Sie halfen ihnen, gute Schiffsplätze zu bekommen und nahmen die Auswander in der neuen Heimat in Empfang.

Auswandererschutzgesetz

Peter Paul Cahensly war auch politisch aktiv: Im preußischen Abgeordnetenhaus und im Deutschen Reichstag trat er für die Interessen der Auswanderer ein. 1897 verabschiedete der Reichstag ein Gesetz "zum Schutz der Auswanderer an Bord der Schiffe, die die deutschen Häfen verlassen." Es bildet die Grundlage des heutigen Auswandererschutzgesetzes.

Das Raphaels-Werk: Die wichtigsten Daten

1871

Peter Paul Cahensly, Kaufmann aus Limburg, gründet den  "St. Raphels-Verein zum Schutz katholischer Auswanderer."

1895

Der St. Raphaels-Verein übernimmt auch die Fürsorge für die italienischen Saisonarbeiter in Deutschland.

1897-1899

Weitere St. Raphaels-Vereine werden in Belgien, Österreich, Italien, Slowenien, der Tschechoslowakei, Kroatien und Polen gegründet.

1899

Der St. Raphaels-Verein übernimmt die religiöse Fürsorge für katholische Seeleute.
Das "Reichsgesetz zum Schutz der Auswanderer an Bord der Schiffe, die die deutschen Häfen verlassen" tritt in Kraft.

1914

Peter Paul Cahensly übergibt die Geschäftsführung des St. Raphaels-Vereins an Dr. Lorenz Werthmann, den Präsidenten des deutschen Caritasverbandes. Die Hauptgeschäftsstelle wird von Limburg nach Freiburg verlegt.

1921

Die Hauptgeschäftsstelle - jetzt Generalsekretariat genannt -  wird von Freiburg nach Hamburg verlegt, dem "Tor zur Welt."

1926

In Hamburg wird das Raphaels-Heim gegründet, eine katholische Herberge für Überseereisende, Stadtbesucher und alleinreisende Damen.

1941

Die Gestapo verbietet den St. Raphaels-Verein in Hamburg und löst ihn auf.

1947

Der St. Raphaels-Verein nimmt seine Arbeit wieder auf.
Die Deutsche Bischofskonferenz erkennt den St. Raphaels-Verein als einzige katholische Organisation für Migranten an.

1977

Der St. Raphaels-Verein wird umbenannt. Er heißt nun "Raphaels-Werk - Dienst am Menschen unterwegs e.V.

2007

Das Generalsekretariat übernimmt trägerübergreifend die fachliche Koordinaiton der Arbeit  der gemeinnützigen Auswanderungsberatungsstellen der Wohlfahrtsverbände.

2011

Das Raphaels-Werk feiert Jubiläum: Seit 140 Jahren gibt es die katholische Auswanderungsberatung.

2013

Der Raphaels-Werk Dienst am Menschen unterwegs e.V.  modernisiert seine Satzung. Im Zuge dessen wird der Name in Raphaelswerk e.V. geändert.